Werkschau der HNU: Studierende präsentieren Serious Games für Menschen mit erworbener Hirnschädigung

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Innovativ und kreativ: Bei der Werkschau im Wintersemester 2025/ 2026 der Hochschule Neu-Ulm (HNU) präsentierten Studierende unterschiedlicher Studiengänge und Semester im Februar ihre Projektarbeiten. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Semester auf den Projektergebnissen des Moduls Game Project 3 des dritten Semesters im Studiengang Game-Produktion und Management (GPM). Die Studierenden arbeiteten ein Semester lang an der Entwicklung von Serious Games für Menschen mit erworbener Hirnschädigung im Modellbezirk Schwaben (MeH MoS). Die Projekte entstanden in enger Kooperation mit dem Praxispartner Bezirk Schwaben, der bei der Werkschau auch einen eigenen Sonderpreis für das beste Ergebnis vergab.

Nach der Akutversorgung und Rehabilitation fallen Menschen mit erworbener Hirnschädigung häufig in Versorgungslücken. Therapieangebote sind eingeschränkt, besonders im ländlichen Raum, und der Übergang in ein selbstbestimmtes Leben stellt viele vor große Herausforderungen. Ziel für die Studierenden war es im Kurs von Prof. Michael Hebel, Serious Games zu entwickeln, die Tagesstrukturen fördern, Motivation zur Selbsthilfe stärken, motorische, sprachliche und kognitive Fähigkeiten trainieren, soziale Kontakte erleichtern und langfristig sogar berufliche Perspektiven unterstützen können. Ein besonderer Fokus lag dabei auf Barrierefreiheit und Usability: Die Spiele mussten auch mit motorischen Einschränkungen intuitiv bedienbar sein. Zudem sollten Therapeutinnen und Therapeuten über ein Access Management Inhalte steuern können. Technisch setzten die Teams auf unterschiedlichste Plattformen – vom Smartphone bis hin zu VR-Brillen.

Von der Konzeptphase bis zur Präsentation

Die Projekte durchliefen mehrere Entwicklungsstufen. Die Zusammenarbeit mit dem Bezirk Schwaben erfolgte über wöchentliche Sprint Reviews in denen Prof. Dr. Alexander Würfel und Tamara Langhof von der Fakultät Gesundheitsmanagement und Stefan Doerle, Projektleiter MeH MoS vom Bezirk Schwaben, Feedback zu den erstellten Spielen gaben. Darüber hinaus hatte Stefan Doerle eine Vielzahl von Reha Einrichtungen im Bezirk Schwaben rekrutiert, in denen die Studierenden ihre Spiele direkt mit Therapeutinnen und Therapeuten und Betroffenen testen konnten. Die Werkschau bot nun den Rahmen, die Ergebnisse erstmals öffentlich zu zeigen – und die Resonanz war groß. Besucherinnen und Besucher konnten die Spiele selbst ausprobieren und mit den Teams ins Gespräch kommen.

Ein Projekt, das Wirkung entfalten soll

Die entwickelten Serious Games werden im Anschluss mit realen Patientinnen und Patienten in Augsburg getestet. Damit erhalten die Studierenden die Möglichkeit, ein Hochschulprojekt zu realisieren, das unmittelbar im Alltag von Menschen mit erworbener Hirnschädigung eingesetzt werden kann.

Prof. Dr. Alexander Würfel betonte: „Mit dem aktuellen Projekt wird die Idee greifbar, die bereits 2019 im Rahmen des gemeinsam mit dem Bezirk Schwaben durchgeführten Forschungsprojekts MeH MoS entstanden ist. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: Der Patient bzw. die Patientin wird aktiv in den Versorgungsprozess eingebunden. Die ortsunabhängige Nutzung schafft neue Erreichbarkeiten. Dir Protokollierung der Aktivitäten kann den Fortschritt transparenter machen und zugleich Ansatzpunkte für Weiterentwicklungen der Angebote schaffen. Die Fakultät Gesundheitsmanagement und der Studiengang Game-Produktion und Management an der HNU bieten hier ein vielleicht einzigartiges Framework, um solche neuen Ansätze im Versorgungsmanagement zu entwickeln.“

Foto: Christoph Kalchgruber testet das Spiel „Herz & Bohne“ (HNU)

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